JOB UND KARRIERE

Gehaltserhöhung? Mit diesen Tipps holst du mehr für dich raus

Auf diesem Blog geht es vor allem um eines: Dich darin zu bestärken, auf dich selbst zu hören, Dinge zu machen und durchzusetzen, die dir wichtig sind und dir die richtigen Tools an die Hand zu geben, damit das auch klappt.

Ich will auf HowSheDoes nicht über Ängste sprechen, sondern konkret und praktisch Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Kein „Hab nur Mut“, sondern ein „Genau so geht´s“. Weil ich daran glaube, dass wir raus aus der Theorie und rein ins „Machen“ müssen, und das mit einer Selbstverständlichkeit und einem Selbstbewusstsein, das uns nicht immer natürlich kommt.

Vor allem wenn es um das Thema Gehaltsvorstellung und Verhandlung geht, begegnet mir immer wieder Frauen, die nicht richtig wissen, wie sie damit umgehen sollen.

Frauen verdienen weniger als Männer, den Begriff Gender Gap kennt mittlerweile jeder. Um die Gründe wird viel diskutiert, klar ist aber: Hierfür gibt es sowohl strukturelle und systematische Gründe (Frauen wird weniger Geld angeboten), ein bedeutender Teil liegt aber auch bei uns selbst. Bei keinem anderen Thema in der Arbeitswelt gibt es mehr Unsicherheiten, vor allem wenn es darum geht, erneut in die Verhandlung für eine Gehaltsanpassung zu gehen.

Wie sagt man: Ich will mehr Geld

Was darf ich verlangen? Wie argumentiere ich für mich? Komme ich unsympathisch rüber, wenn ich über Geld spreche?

Umso wichtiger ist es, über ganz konkrete Tipps zu sprechen, mit denen du deinem Wunschgehalt garantiert einen großen Schritt näher kommst.

1. Kenn deinen Wert, nenn deinen Wert

Die Basis für alles was folgt: Du brauchst gar nicht in die Gehaltsverhandlung zu gehen, wenn du eines nicht vorher ganz genau weißt:

Wie viel willst du verdienen?

Du willst eine Gehaltserhöhung? Um wie viel Prozent genau? Was ist die Gehaltsspanne, in der du dich bewegen willst? Was würde die Erhöhung genau auf deiner Nettoabrechnung bedeuten? Was bedeutet das für dein Monats- und Jahresgehalt?

Lege dir vorab all deine Zahlen zurecht und sprich sie für dich laut aus, nur so kannst du sie auch selbstbewusst vortragen und lässt dich nicht verunsichern, wenn dein Chef mit Prozentzahlen um sich wirft.

Ganz konkret: In der Regel liegt eine angemessene Erhöhung um die 10%, das kommt aber auf deine Position und deine jeweilige Situation an.

2. Basisargument: Gehaltsanpassung, anstatt Gehaltserhöhung

Eigentlich basiert die ganze Verhandlung um eine Gehaltserhöhung nur auf einem Argument:

Dein Gehalt enstpricht nicht mehr deiner Leistung und muss dementsprechend angepasst werden. Du leistest bedeutend mehr für das Unternehmen, also solltest du auch mehr verdienen.

Für dieses Basisargument gilt es jetzt Beweise zu finden. Stelle dir also folgende Fragen:

    • Welche Projekte hast du in den vergangenen Monaten erfolgreich abgeschlossen?
    • Was hast du zum Unternehmenserfolg beigetragen?
    • Konnten durch deine Arbeit neue Kunden gewonnen oder Kosten eingespart werden?

Schreib alles runter. Denn das werden die Hauptargumente dafür sein, warum dein Gehalt angepasst werden sollte. Die Frage nach dem „Warum“ wird auf jeden Fall kommen und es wäre blöd, nicht darauf vorbereitet zu sein.

 

Extratipp:

Man vergisst schnell, was man alles geleistet hat. Lege dir deswegen eine kleine Erfolgsliste an, die du regelmäßig updatest. Schreib hier jedes erfolgreiche Projekt und jedes Lob deines Vorgesetzten rein. So musst du vor dem nächsten Gespräch nicht lange grübeln. Außerdem ist dies eine nette Methode, sich die eigenen Erfolge regelmäßig vor Augen zu rufen.

3. Ausblick geben, oder auch „sich wichtig machen“

Wenn du schon dabei bist, darüber zu sprechen, was du alles für das Unternehmen geleistet hast, solltest du auch anbringen, was deine zukünftige Vision für deine Arbeit und das Unternehmen ist. Gibt es ein Projekt, dass du im nächsten Jahr umsetzen willst oder Verbesserungsvorschläge für das Unternehmen, für die du die Verantwortung übernehmen willst.

Das zeigt deinem Vorgesetzten nicht nur, dass du planst langfristig im Unternehmen bleiben und dass engaggiert bist, sondern auch, dass es sich lohnt, in dich zu investieren.

4. Verzichte auf No-Go Argumente

Es gibt ein paar Argumentations-Klassiker in Gehaltsgesprächen, von denen ich dir dringend abraten würde. Einfach weil sie weder professionell noch überzeugend sind. Trotzdem werden sie immer wieder genannt.

Folgende Argumente solltest du niemals verwenden:

„Ich arbeite schon seit 2 Jahren im Unternehmen, deswegen wird es Zeit für eine Gehaltserhöhung“

Nein – Die Dauer deiner Unternehmenszugehörigkeit sagt erstmal nichts über deine Leistung aus. Auf dieses Argument hin, wirst du eh gefragt, was du in den letzten zwei Jahren geleistet hast. Lass dieses schwache Argument also aus und fang direkt mit deinen Leistungsargumenten an.

„Ich weiss, dass Anna-Maria mehr verdient als ich“

Dieses Argument solltest du aus mehreren Gründen unbedingt vermeiden. Erstens fällt das persönliche Gehalt in der Regel unter die Verschwiegenheitspflicht. Wenn dir deine Kollegen trotzdem ihr Gehalt verraten haben, wäre es ziemlich daneben, das dem Chef zu petzen. Zweitens gibt es verschiedene Gründe, warum jemand mehr verdient als du. Vielleicht hat deine Kollegin mehr Arbeitserfahrung oder mehr Verantwortung, vielleicht hat sie aber auch einfach besser verhandelt. So oder so, in diesem Gespräch geht es um dich und dein Gehalt und nicht um jemand anderen.

„Ich brauche mehr Geld“

Ja, wir wissen alle: Am Ende des Geldes ist immer noch so viel Monat übrig. Trotzdem ist deine persönliche finanzielle Situation und wie du mit deinem Geld wirtschaftest nichts, womit du bei deinem Chef um mehr Geld bitten solltest. Du willst schließlich überzeugen und nicht Mitleid erregen.

5. Den richtigen Zeitpunkt finden

Grundsätzlich ist der optimale Zeitpunkt für das Gehaltsgespräch von zwei Faktoren abhängig.

1. Unternehmenszeitpunkt: Wann verfügt das Unternehmen über freies Budget

2. Persönlicher Zeitpunkt: Habe ich aktuelle Erfolge aufzuweisen

Grundsätzlich ist es sinnvoller zum Jahresanfang nach mehr Gehalt zu fragen, also dann, wenn das Jahresbudget noch in der Planung ist. Ungünstig ist dagegen das Jahresende.

Dann ist es außerdem davon abhängig, ob du zu dem Zeitpunkt auch gute Argumente in das Gespräch mitnehmen kannst. Ideal ist also zum Besipiel ein paar Wochen nachdem du ein erfolgreiches Projekt abgeschlossen hast.

Wichtig dabei ist: Vereinbare rechtzeitig einen Termin, anstatt spontan mit dem Gesprächsanliegen an die Tür zu klopfen. Das ist professioneller und zwingt deinen Chef durch nicht in die Abwehrhaltung, weil er sich überrumpelt fühlt.

6. Outfitwahl – Die Macht der Farben nutzen

Ich will nicht wie deine Mutter klingen und trotzdem: Lass die Destroyed Jeans zuhause. Kleider machen Eindruck, bewusst oder unbewusst und es wäre schade, wenn du dir diesen von vornerein vermaselst, weil du in Flipflops reinspazierst.

Du musst dich nicht verkleiden und trotzdem soll dein Gegenüber sehen, dass du die Situation und das Gespräch ernst nimmst, deinem Gesprächspartner respektvoll gegenübertrittst und dir deswegen „was ordentliches“ angezogen hast.

Aber auch Farben machen Eindruck. Du willst Selbstsicherheit und Stärke ausdrücken und so sollte im Idealfall auch deine Farbwahl sein. Versuche es also anstatt mit Pastellfarben lieber mit starken Farben wie Rot, Fuchsia, Violett oder Royalblau.

7. Power Pose – Nimm dir deinen Raum

Dass du in wichtigen Gesprächen möglichst nicht zusammengesunken auf der Stuhlkante sitzen solltest, ist eigentlich klar. Trotzdem vergessen wir uns immer wieder, wenn wir aufgeregt sind. Achte also im Laufe des Gesprächs immer wieder auf deine Körperhaltung.

Vor allem für Frauen wichtig: Wir stehen deine Beine? Windest du sie um de Stuhlbeine oder umeinander? Loslassen und gerade aufstellen. Du kannst deine Beine auch übereinanderschlagen, solange du deinen Rücken grade hälst.

Nimm deinen Raum ein. Wenn du an einem Tisch sitzt, lege deine Arme ruhig darauf ab, wenn du dich damit wohl fühlst. Nutze den Raum aus für Gestikulation.

Alles in deiner Körpersprache sollte Selbstsicherheit, Präsenz und Dynamik ausstrahlen.

Zusatztipp: Wer etwas mehr über starke Posen lernen möchte und wissen will, warum es manchmal Sinn macht, die Beine auf den Tisch zu legen, sollte sich Presence von Amy Cuddy durchlesen.

8. Mit einem Nein umgehen

Mit einem „Nein“ fangen die Verhandlungen erst an.

Eine Verhandlung hat das Ziel Interessen durchzusetzen. Behalte immer im Hinterkopf, dass dein Gegenüber in der Regel ein Interesse hat: Die richtigen Entscheidungen für das Wohl des Unternehmens zu treffen. Deine Aufgabe ist es, dein Gegenüber davon zu überzeugen, dass deine Gehaltsanpassung dem Unternehmen nützt.

Lass dich von einem „Nein“ also nicht entmutigen und nimm es auch nicht persönlich, sondern siehe es als Chance für dich zu argumentieren.

Und wenn es dann wirklich „Nein“ heißt: Nimm das Nein nicht einfach hin. Denn meistens heißt das einfach nur „aktuell nicht“. Vereinbare also am besten direkt einen Folgetermin, um neu zu verhandeln.

Viel Erfolg bei deiner nächsten Verhandlung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.