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Schon gut, macht ihr mal – Warum ich keine eigenen Kinder möchte

Ich könnte diesen Artikel damit beginnen, dass ich mit meiner Entscheidung keine Kinder zu bekommen, den Planeten retten will. Ich mich aus idealistischen, ja sogar altruistischen Gründen dazu entschieden habe, mein persönliches Babyglück und Reproduktionsbedürfnis hintenanzustellen, um die Überbevölkerung aufzuhalten.

Aber seien wir ehrlich, das ist es nicht. Ich will keine Kinder und zwar aus ganz egoistischen Gründen. Obwohl, mit einer tiefliegenden Überzeugung hat es doch zu tun. Ich bin gegen die Überzeugung, dass Kinderkriegen etwas ist, was man machen muss, was unausweichlich dazugehört. Kinder bedeuten nicht automatisch Lebensglück. Manchmal können Kinder sogar bedeuten, dass man bestimmte Lebenspläne aufgibt.

Sich für oder gegen Kinder zu entscheiden ist eine sehr persönliche Angelegenheit, deswegen ist dies auch kein „5 Gründe, warum du keine Kinder bekommen solltest“-Listicle. Es ist ein öffentlich gemachter Standpunkt zu einer sehr persönlichen Sache. Weil es wichtig ist, darüber zu sprechen, dass Kinderlosigkeit nicht etwas ist, dass nur unfreiwillig passiert.

Entscheidung gegen eigene Kinder

Es ist eine Entscheidung, die man aus der Verantwortung sich selbst gegenüber trifft. Weil man sich mit seinen eigenen Bedürfnissen beschäftigt hat und nicht nur etwas tut, weil es dazugehört.

Ich freue mich für alle Frauen, die sich aus den eigenen Überlegungen heraus und weil sie das Bedürfnis danach verspüren, für Kinder entschieden haben. Ich respektiere und bewundere alle Frauen, die ihre Liebe bedingungslos weitergeben, die Herauforderung Kind und Karriere zu vereinbaren annehmen, und das in einem Land, das letzteres eher schwer macht.

Partyliebende, kinderlose Paare vs die ruhesuchende Familie

Ich finde interessant, wie Singles und kinderlose Paare in der Gesellschaft gesehen werden. In einem Griechenlandurlaub meinte der Hotelbesitzer mal zu mir, die Insel sei eher was für ruhesuchende Familien, während junge Paare, die typischerweise auf Party und Action aus sind, sich auf der besagten Insel langweilen würden. Wenn man sich anschaut wer am Strand den größten Krach macht, platziere ich mich eigentlich gerne neben Paare, die reden leise, oder gar nicht.

Kind ist nicht gleich Lebensglück

Die Entscheidung gegen die Mutterschaft ist bei mir persönlich ganz einfach: Ich fühle mich nicht danach. Ich habe nicht das Gefühl, dass ein Baby etwas zu meinem Lebensglück beitragen würde, auch nicht, dass es meine Partnerschaft aufwerten und eine stärkere Verbindung zwischen meinem Partner und mir schaffen würde. Ich finde nicht, dass es mich als Frau definiert. Mein Herz macht keine Sprünge wenn ich Kinderlachen höre. Und nein, ich habe keine Angst davor, im Alter alleine zu sein und irgendwas zu bereuen.

All das sind die typischen Argumente, die man hört, wenn man auf die oft gestellte Frage, wann man denn selbst endlich Kinder kriegen wolle, mit „Gar nicht“ antwortet. Und da keines von diese Argumenten auf mich zutrifft, sehe ich auch nicht den Sinn darin, es trotzdem zu tun.

Kinderwunsch entsteht durch die Möglichkeit eine Wahl zu haben

Dabei ist die Frage nach dem Kinderwunsch ja erst dadurch gegeben, dass wir durch Verhütungsmethoden, die Möglichkeit haben, frei darüber zu entscheiden, wann und ob wir Kinder in die Welt setzen möchten. Wenn wir uns also selbst die Möglichkeit erschlossen haben, verhüten zu können und die Sexualität von der Familiengründung zu trennen, warum fällt es dann vielen so schwer, zu akzeptieren, wenn jemand das dann auch konsequent durchzieht?

Gewollte Kinderlosigkeit ist immer noch ein Tabu und etwas, das mit „Die wird das irgendwann bereuen“ abgetan wird. Ich wünsche mir mehr Offenheit zu diesem Thema und allen Frauen, die keinen Kinderwunsch verspüren, den Mut, auch dazu zu stehen.

Und überhaupt: Ich hab keine Pflicht

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