JOB UND KARRIERE

Hochzeiten planen als Beruf – 11 Fragen an die Event- und Weddingplanerin Carina Simon

Wie ist das eigentlich plötzlich für die Planung einer Influencer-Hochzeit verantwortlich zu sein? Kurz nachdem Carina Simon sich dazu entschieden hat, ihre Erfahrung als Eventmangagerin in einer Selbstständigkeit als Weddingplanerin einzusetzen, kam der erste große Auftrag: Die Hochzeit der Influencerin Carmen Kroll, besser bekannt als Carmushka

Dabei hat Carina zu dem Zeitpunkt bereits erste Projekte als selbstständige Eventmanagerin gesammelt und führt bereits ein anderes erfolgreiches Unternehmen. Mit ihrem Freund David Flacke, Gründer des Kölner „Krafthaus“, leitet sie das beliebte Kölner Sportstudio.

Wie sie zwischen zwei Jobs jongliert und an ihren ersten Job als Weddingplanerin herangegangen ist, was den Beruf als Hochzeitsplanerin ausmacht und was die ersten Schritte dorthin waren, erzählt sie mir im HowSheDoes Interview. 

 

First things first – Was machst du heute beruflich und wie sieht dein bisheriger beruflicher Weg aus?

Ich habe eine Ausbildung zur Eventmanagerin gemacht und durfte währenddessen bereits an tollen, großen Projekten arbeiten. Nebenbei habe ich dann angefangen kleinere Aufträge auf selbstständiger Basis anzunehmen. Als die Ausbildung abgeschlossen war, hatte ich die Idee mein Event-Know-How als Weddingplanerin einzusetzen.

Aber ich war erst Anfang 20, hatte noch keine Erfahrung mit Hochzeiten und Weddingplaner waren zu der Zeit nur in Amerika üblich. Und da ich direkt nach der Ausbildung erstmal Geld verdienen musste, entschied ich mich kurzerhand für eine Festanstellung als Projektleiterin in einer Kölner Agentur.

Zur gleichen Zeit machte sich mein Freund gerade mit dem Personal Training Studio Krafthaus selbstständig. Für mich war direkt klar, dass ich ihm unter die Arme greife wo ich nur kann. Daraus wurde irgendwann allerdings so viel Arbeit und ich steckte so viel Herzblut in das Studio, dass ich meinen Agentur-Job kündigte. Neben dem Krafthaus arbeitete ich aber gleichzeitig als Freelancerin im Eventbereich. Das gab mir weiterhin finanzielle Freiheit und bot mir trotzdem die zeitliche Flexibilität das Studio mit aufzubauen.

Nach zwei Jahren Doppelbelastung, großer finanzieller Verantwortung und meiner neuen Rolle als Chefin, kam dann der Zusammenbruch. Mein Körper und meine Psyche gingen mit gerade mal 25 Jahren in die Knie. Panikattacken ließen mich nicht mehr arbeiten, schlafen oder gar raus gehen. Ich musste mich erneut für eine Sache entscheiden. So gab ich den Freelancer Job auf und stieg offiziell als Gesellschafterin zu 50% ins Krafthaus ein.

Seitdem geht es mir wieder gut und unser Studio entwickelt sich erfolgreich. Nach 2,5 Jahren Krafthaus merke ich aber doch, dass mir der kreative Ausgleich fehlt, ich liebe es einfach Events zu planen und kreativen Input zu geben. Deswegen arbeite ich aktuell nebenbei noch an weiteren kleineren und größeren Projekten, wie in den vergangenen Monaten an der Hochzeit von Influencerin Carmushka.

Damit ist mein ursprünglicher Traum fünf Jahre nach der Ausbildung also doch noch wahr geworden und ich darf als Weddingplanerin arbeiten.

Das klingt tatsächlich nach vielen To-Dos. Wie bringst du die verschiedenen Jobs unter einen Hut?

Ich habe viel über mich gelernt in den letzten Jahren und weiß inzwischen die Zeichen meines Körpers rechtzeitig zu deuten.

Ich nehme neben dem Studio nur Hochzeiten und Events an, wenn sie wirklich für mich machbar sind und ich alles unter einen Hut bekomme.

Im Krafthaus habe ich inzwischen ein Team im Büro, welches mich bei den alltäglichen Aufgaben unterstützt, sodass ich mehr Freiraum für die kreativen Aufträge habe. Ansonsten ist es natürlich alles eine Frage der Organisation.

Ich habe drei verschiedene To-Do-Listen und drei verschiedene Email-Postfächer: Krafthaus, Wedding & Event und Privat.

Aus allen drei Listen erstelle ich mir jeden Tag eine Tages-To-Do-Liste mit Prioritäten. Ich arbeite also immer an allem gleichzeitig und habe nicht bestimmte Tage für bestimmte Aufgaben.

Warum hat dich gerade Hochzeitsplanung als Thema so gereizt?

Der Traum Hochzeitsplanerin zu werden kam nach der Ausbildung auf einmal von alleine. Hochzeiten sind natürlich am Ende genauso Events, aber auf einer anderen Ebene, viel persönlicher und individuell auf die Menschen abgestimmt, die an dem Tag im Mittelpunkt stehen.

Die Selbstständigkeit kam ganz automatisch und ohne groß darüber nachzudenken, da es für mich die einzige Option war, alles was ich machen wollte unter einen Hut zu bekommen.

Ich muss aber auch dazu sagen, dass in meiner Familie fast alle selbstständig sind. Vielleicht wurde es mir einfach in die Wiege gelegt.

Was waren die ersten Schritte, um deinen Plan von der Selbstständigkeit wahr zu machen?

Bei mir gab es nie einen wirklichen Plan, sondern mehr den Lauf des Lebens und seine logischen Konsequenzen (lacht).

Ich habe nie eine Businessplanung gemacht, sondern an bestimmten Punkten in meinem Leben überlegt, was ich machen möchte und was ich dafür tun muss. Und das war irgendwie immer in die Selbstständigkeit zu gehen. Ich hatte damals neben meiner Ausbildung bereits mein Gewerbe angemeldet und arbeitete immer mal wieder als Freelancerin um weiteres Geld zu verdienen – hatte aber nebenbei ein kleines festes Einkommen.

Ich habe also immer versucht, so lange auf doppeltem Boden zu stehen, bis ich einen loslassen konnte, weil der andere dann alleine gehalten hat. Anstrengend aber effektiv. Ich glaube meine Devise ist am Ende immer gewesen: Einfach machen!

Zuletzt hatte ich mich ja voll und ganz aufs Krafthaus konzentriert, habe aber dann wieder Lust bekommen etwas kreativer zu arbeiten, sodass ich offen für neue Aufträge im Eventbereich war. Und da kam dann auch direkt meine allererste Hochzeitsanfrage.

Dann kam direkt der erste große Auftrag, die Hochzeit der Kölner Bloggerin Carmen Kroll, auch bekannt als Carmushka. Wie bist du an das Projekt herangegangen?

Ich habe nicht lange nachgedacht, sondern mich an meinen Traum von damals erinnert und Carmen direkt zugesagt, als sie mich gefragt hat. Sie war damals Kundin bei uns im Krafthaus und es kam eins zum anderen. Wir waren zusammen essen, ich habe ihr erste Inspirationen mitgebracht, wir haben uns super verstanden und danach war klar, dass ich ihre Hochzeit planen darf. Ich habe mir direkt einen Plan gemacht, welche Aufgaben auf mich zukommen, was in welchem Zeitraum erledigt werden muss und natürlich mit Carmen ihre Vorstellungen besprochen und zusammen mit der Dekorateurin ein Konzept entwickelt.

 

Eine so in der Öffentlichkeit präsente Hochzeit zu planen war sicher aufregend. Hättest du im Nachhinein etwas anders gemacht, ist irgendetwas schief gegangen?

Es war schon aufregend, vor allem da es meine allererste Hochzeit war. Für Carmen und Niclas ist es dann schließlich ihre perfekte Traumhochzeit gewesen und das ist das aller wichtigste für mich. Ich bin glücklich, dass alles so gut geklappt hat und dass alle, die an der Hochzeit beteiligt waren, so eine tolles Event gezaubert haben.

Aber sagen wir mal so…es gab vielleicht einen kleinen Special Effect (lacht). Die Lichterketten im Saal sind ein paar Mal kurz ausgegangen, da es irgendwo ein Stromproblem gab. Das Brautpaar und auch die Gäste haben es aber nicht wirklich wahrgenommen, sodass es am Ende überhaupt nicht dramatisch war. Mich hat das Thema allerdings sehr beschäftigt, da ich wirklich perfektionistisch bin.

Was ich anders machen würde? Mit einem Strommessgerät jede einzelne Steckdose überprüfen, ob auch wirklich so viel Strom raus kommt wie angegeben wurde.

Wo holst du dir Ideen und Inspiration für die Hochzeitsplanung?

Am kreativsten werde ich im Gespräch mit dem Brautpaar. Denn sie bieten die Inspiration für die Gestaltung des Tages. Wenn sie mir von ihren Vorstellungen erzählen, ploppen bei mir die Ideen direkt von alleine auf. Ansonsten bietet Pinterest natürlich unzählige Inspirationen, aber auch auf Messen und Blogs kann man sich gut Inspiration holen oder anhand von Stylebooks und Moodboards wie z.B. von Andrea Wolf Designs.

Hochzeiten sind bekanntlich teuer. Wie kalkulierst du deine Leistung als Weddingplanerin? Stundenweise, pauschal? Worauf muss man bei der Kalkulation denken, damit man als Weddingplaner mit einem Plus rausgeht?

Es kommt darauf an, in welchem Umfang ich dem Hochzeitspaar helfen darf. Bei der Komplettplanung setze ich einen bestimmten Prozentsatz des Gesamtbudgets der Hochzeit an. Das ist vergleichbar mit der Handlingfee, die man von Agenturen kennt.

Wenn ich nur bestimmte Teile der Hochzeit planen soll, schnüre ich auch schon mal pauschale Pakete oder arbeite mit einem Stunden- oder Tagessatz. Das bespreche ich immer individuell mit dem Brautpaar.

Man muss sich in jedem Fall bewusst sein, dass es am Ende eine gewisse Mischkalkulation ist. Es kann passieren, dass zwei Brautpaare das gleiche Budget haben und ich an beiden gleich viel verdiene, aber ein Brautpaar z.B. detailverliebter und gleichzeitig nicht so entscheidungsfreudig ist und das andere Brautpaar genau anders herum. Dann sind es am Ende bei dem einen Brautpaar ein paar mehr Stunden und bei dem anderen ein paar weniger Stunden.

Vervollständige den Satz: Eine gute Hochzeitsplanerin…

…ist empathisch und geht auf die Wünsche des Paares  ein.
…sorgt dafür, dass das festgelegte Konzept wie ein roter Faden durch die gesamte Hochzeit läuft.
…behält für das Paar den kühlen Kopf und ist die unsichtbare Fee am Tag der Hochzeit, die sich um alles kümmert, damit das Paar nichts weiter tun muss, als das Fest zu genießen.

Du bist noch am Anfang deiner Karriere als Weddingplanerin. Was wirst du dieses Jahr noch machen, um dein Business weiter zu promoten?

Aktuell plane ich mit anderen Dienstleistern der Branche ein gemeinsames Projekt, über das ich aber gerade noch nichts sagen darf. Ansonsten habe ich mir vorgenommen, auf Instagram auch ein wenig meine eigene Hochzeitsplanung zu zeigen – ich hoffe, dass ich das auch wirklich umsetze, da ich recht kamerascheu bin. Meine eigene Hochzeit steht  nämlich auch bald an.

Wie wird deine eigene Hochzeit denn aussehen?

Da ich mich so viel mit dem Thema beschäftige und andere Hochzeiten plane, deken alle, dass wir eine perfekt durchgestylte Hochzeit feiern werden, aber das wird nicht so sein.

Mein Freund und ich werden in ein paar Wochen bereits standesamtlich in Köln heiraten und nächstes Jahr folgt dann die Haupthochzeit mit freier Trauung unter freiem Himmel in der Schweiz. Der Ort der Trauung ist allein so atemberaubend schön, dass wir gar nicht viel drum herum brauchen. Wir stellen uns die Feier wie eine schöne Sommerparty vor: mit Freunden in Blumenkleidern, mit guter Musik, spielenden Kindern und gemütlichem Lagerfeuer. Wahrscheinlich werden wir auch ein großes Tipi aufstellen. Wenn ich so darüber nachdenke, sollte ich mich wohl langsam doch mal an die Planung machen…

Du willst auch so eine tolle Hochzeit wie die Bloggerin Carmushka? Folge Carina auf Instagram und nimm unter hallo@carinasimon.de Kontakt mit Carina auf.

Fotos: https://www.juliaslieblinge.de/

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