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Ich weiss nicht, was ich will – Die besten Filme und Serien für deine Quarterlife Crisis

Ich will diesen Artikel eigentlich ungern mit einem Britney Spears Zitat beginnen, aber wenn es eine Pop-Hymne für das „Ich bin erwachsen, aber irgendwie auch nicht“- Gefühl gibt, dann kommen wir nicht drumherum „I´m not a girl, not yet a woman“ mit voller Inbrunst vor uns herzusingen. Oder bin nur ich das?

Irgendwo zwischen Anfang 20 und Mitte 30 ist da diese Phase, in der alles möglich und vieles ungewiss ist. Es ist die beste und gleichzeitig verwirrendste Zeit unseres Lebens. Was will ich beruflich machen? Wie will ich leben? Ist er der Richtige? Berlin oder Botrop? Kinder oder nicht? Und kann ich mir das alles überhaupt leisten?

Wie verloren du dich manchmal auch zwischen großen Zielen und noch größeren Ungewissheiten fühlst, sicher ist, dass du damit nicht alleine bist. Ich weiss nicht, ob es immer schon so gewesen ist, oder ein Phänomen unserer Zeit, aber offensichtlich ist die andauernde Ungewissheit so allegenwärtig, dass sich das Kino dem Thema in den letzten Jahren angenommen hat. Mumblecore nennt man das Genre des – vornehmlich amerikanischen – Films, in dem egozentrierte Großstädter sich ausgiebig über ihre Ängste auslassen, Probleme bis ins Letzte ausdiskutieren und ihre Spleens ausleben.

Realitätsnahes Kino mit Identifikationspotential

Denn wenn man sieht, dass andere sich mit ähnlichen Sorgen und Hürden des sozialen Zusammenlebens rumschlagen, scheint die eigene Ungewissheit gar nicht abwegig zu sein.

Hier sind die besten Filme und Serien, in denen die Protagonistinnen, vielleicht noch verwirrter sind, als du selbst, aber trotzdem ein paar Antworten für dich parat haben:

FRANCES HA

Die wunderbare Greta Gerwing spielt hier Frances, die versucht sich als Tänzerin in New York zu etablieren. Erstmal vergebens. Die Geschichte erzählt von einer Freundschaft zwischen zwei Frauen, die sich auf dem Weg zum Erwachsenwerden irgendwo verlieren, von Beziehungen, die auseinandergehen, weil man sich nicht festlegen will und von großen Hoffnungen gepaart mit einer noch größeren Portion Verwirrung.

Wer Woody Ellen Filme mag, dem wird auch Frances Ha gefallen. Mumblecore in New York at its best.

TINY FURNITURE

Ein Muss für alle GIRLS Fans. In diesem, von Lena Dunham geschriebenen und produzierten Film, spielt sie selbst eine Anfang Zwanzigjährige, die nach der Trennung von ihrem Freund wieder nach Hause zu ihrer Mutter und Schwester zieht, um herauszufinden, wie es mit ihrem Leben weitergehen soll. Dabei scheint es, als würde Lena Dunham, all ihre realen Eigenarten, eines zur Egozentrik und zum Überdramatisieren tendiereden Millenials, in ihre Rolle packen. Aber gerade dadurch, weil sie eigentlich sich selbst spielt, nimmt man ihr jeden Wutausbruch und jedes vermeintliche Leiden ab.

ABOUT ALEX

Nachdem ihr Freund Alex versucht sich das Leben zu nehmen, beschließen seine Freunde für ein Wochenende zusammenzukommen, um ihm beizustehen. Wie es bei alten Freunden so ist, kommen an diesem Wochenende auf engem Raum, alte Konflikte, Unsicherheiten und Liebesgeschichten hoch, die man längst verdrängt hatte. Und so debatieren die Freunde darüber, wer sie sind, wer sie eigentlich sein wollten und wie sie zu ihren eigentlichen Träumen zurückkehren können. Quarterlife Crisis halt.

GIRLS

GIRLS ist eine Serie, in der sich Fremd- mit Selbstscham mischt. In allen vier Protagonisten, die zwischen Selbstfindung und First World Problems schwanken, fühlt man sich an jemanden aus dem eigenen Freudeskreis erinnert. Und manchmal erkennt man sich sogar selbst darin wieder – auch wenn man es nicht gerne zugibt.

Die Serie wird ungerechtermaßen häufig mit Sex and The City verglichen, obwohl sie meiner Meinung nichts gemein haben. Denn hier ist nichts glamourös, kein Mann gleicht einem Mr. Big und kein ist Job gut bezahlt. Selten ist eine Serie so ehrlich und offen mit Themen wie Unsicherheit, Narzismus und Sex umgegangen. Danke dafür, Lena Dunham.

THE CITY

Und wieder New York. Anscheinend ist keine andere Stadt so prädestniert für Behauptungskämpfe hoffnungsvoller Midzwaniger wie New York aka The City. Und deswegen handelt auch der gleichnamige The Hills Spin Off davon, wie die Protagonistin Whitney Port raus aus der sicheren Umgebung in Californien nach New York zieht, um eine Karrierie in der Modewelt anzustreben. Umgeben von Model- und Designerfreunden ist sie auf de Suche nach  „the perfect job and the perfect boyfriend“.

Nichts tiefgründiges, aber für alle MTV Reality Show Fans wie mich, einfach schön anzuschauen. Alle sehen schick aus, die Bilder erinnern an die Sex and the City Ästhetik und man kann sich für eine kurze Zeit in die Probleme von jungen Menschen hineinfühlen, die eigentlich keine haben. Herrlich.

THE LIFEGUARD

Kirsten Bell spielt hier die 29-jährige Leigh, für die in (Überraschung) New York sowohl Karriere als auch Beziehung nicht rund laufen. Sie zieht deshalb zurück zu ihren Eltern in die Kleinstadt, um auf den Resetknopf zu drücken und eine Pause vom Erwachsenenleben zu machen. Dabei arbeitet sie, wie in Schulzeiten, in ihrem Aushilfsjob als Rettungsschwimmerin, hängt mit Jugendlichen rum und kommt dadurch in einen Konflikt mit ihrer Umgebung, die eigentlich was anderes von ihr erwartet.

Der Film thematisiert den wohl in allen Midlife-Crisis-Anfang-Dreißigjährigen aufkommenden Wunsch, kurz aus der Erwachsenenwelt auszusteigen, dem Druck zu entfliehen, auf den Pauseknopf zu drücken und so zu tun, als hätte man alles noch vor sich.

ADULT WORLD

Hochambitioniert, aber keinen Plan – wer kennt das?

Amy ist sich sicher, dass sie das Zeug zur großen Dicherin hat. Vorerst die einzige, die von ihrem Talent überzeugt ist, muss sie einen Aushilfsjob in einem Erotikbuchladen annehmen. Trotz aller Rückschläge und Zurückweisungen, glaubt sie weiter an ihr Talent und bleibt, das muss man ihr lassen, beharrlich.

Wunderbar erzählt ist aber auch die Beziehung zwischen Amy und ihren Eltern. Ist man für die Eltern irgendwann erwachsen oder bleibt man immer Kind? Überwindet man irgendwann die Trotzphase, wenn man sich von den Eltern unverstanden fühlt? Mein Lieblingsdialog:

Vater: Stop acting like a child                       

Amy: Stop calling me a child

YOUNG ADULT

Mavis (Charlize Theron) ist zwar etwas über das Quarterlife hinaus, aber da 40 das neue 30 ist und die Protagonistin sich wehement gegen das Erwachsenwerden wehrt, geht es sicher als andauernde Quarterlife Crisis durch.

In Young Adult reist die Jugendbuchautorin, deren Erfolg den Zenit überschritten hat, in ihre Heimatstadt zurück, um ihre bereits verheiratete Highschoolliebe zurückzuerobern. Wir sehen hinter die Fasassade einer vermeintlich selbstsicheren Frau, die sich alles so zurechtlegt, um ihr Selbstbild aufrechtzuerhalten. Wunderbar ehrlich gespielt.

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