JOB UND KARRIERE

New Work – Die Okandada Gründerinnen über ihren Weg zum eigenen Co-Working Space

Ein Trend aus den USA, der auch bei uns in den letzten Jahren immer beliebter geworden ist: Arbeiten im Co-Working Space.

Vor allem Freelancer und Start-Ups suchen nach flexiblen und günstigen Möglichkeiten, einen Platz zum Arbeiten in der Innenstadt anzumieten.

Kein Wunder, dass sich die Eröffnung eines eigenen Co-Working Space in Großstädten immer mehr zur attraktiven Geschäftsidee etabliert. Gleichzeitig ist ein Co-Working Space mit nicht unerheblichen Investitionen verbunden und auch die Lage spielt eine zentrale Rolle, wenn es um das Erfolgspotential geht.

Was macht einen erfolgreichen Co-Working Space aus und was sind die ersten Schritte und Hürden bis hin zur Eröffnung?

Um das herauszufinden, habe ich die zwei Gründerinnen von Okandada getroffen. Einem Co-Working Space mitten in der Kölner City. Jessica und Sandrina erzählen im How She Does Interview, wie sie ihren Traum vom eigenen Co-Working Space verwirklicht haben, was die ersten Schritte bis zur Gründung waren und mit welchem Co-Working Konzept sie überzeugen wollen.

Erstmal zu euch beiden, wer seid ihr und welchen beruflichen Hintergrund habt ihr?

Wir sind Sandrina und Jessica, kommen beide aus Köln, sind 30 und 31 Jahre alt und haben vor der Gründung von Okandada zusammen in einer Immobilienfirma gearbeitet.
Hier waren wir für den Bereich Marketing und strategische Planung zuständig.

Wie kamt ihr auf die Idee einen eigenen Co-Working Space zu eröffnen?

Wir wollten einen Space anbieten, der über die klassische tage- oder monatsweise Vermietung von Arbeitsplätzen hinausgeht und das Ganze sehr persönlich konzeptionieren, um Startups aber auch etablierten Unternehmen einen wirklichen Mehrwert und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Wir haben uns darauf spezialisiert, zum Beispiel Expertensprechstunden anzubieten, in denen man Rechtsfragen, Steuerfragen, aber auch Fragen zur Gestaltung oder Betextung der Website stellen kann. Außerdem bieten wir Workshops und Coachings an, die für alle, egal ob Startup oder bestehendes Unternehmen, interessant sind.

 

Was hat es mit dem Namen Okandada auf sich?

Okandada ist native american und bedeutet „um einen Platz bitten“.
Mit diesem Namen verbinden wir vor allem die Grundsätze und Werte der Native Americans: Gemeinschaft, Weitergabe von Wissen, Verbundenheit zur Natur und ihren Ressourcen. 
 
Alles, was wir in unserem Space verbaut haben, ist handgefertigt. Wir setzen auf Naturmaterialien und haben so fast ausschließlich Holz verarbeitet. Bei den Produkten, die wir zur Verfügung stellen, arbeiten wir mit regionalen Partnern zusammen. Uns ist es wichtig, auch als Startup, etwas zur Gemeinschaft beizutragen und Verantwortung zu übernehmen.

 

Step by Step. Beschreibt doch mal in 10 Schritten euren Weg von der Gründungsidee bis zur Eröffnung.

Ohjee. Da vieles parallel lief und nicht wirklich geordnet, ist es gerade gar nicht so einfach, es in eine Reihenfolge zu bringen. Aber es lief ungefähr so…

Sandrinas und Jessicas Schritte zum eigenen Co-Working Space:

1.Wir haben bei unserem alten Arbeitgeber eine schwer zu vermietende Fläche erhalten und beschlossen sie mit Schreibtischen auszustatten und ganz günstig zu vermieten. In diesem Zuge merkten wir, dass in Köln noch Bedarf an Flächen besteht und ein cooles Co-Working Konzept fehlt. Daraufhin haben wir Konkurrenz- und Bedarfsanalysen erstellt.

2. Dann haben wir begonnen, aus Spaces weltweit Ideen zusammenzutragen und unseren Wunsch-Space zu skizzieren.

3. Mit dieser Planung sind wir auf Flächensuche in Köln gegangen.

4. Bankengespräche wurden geführt und wir sind in unserem Netzwerk auf die Suche nach einem Investor gegangen.

5. Erst jetzt haben wir die Okandada GmbH gegründet.

6. Es hat ein Jahr gedauert eine passende Fläche zu finden – diese haben wir dann komplett neu konzipiert und die Renovierung bzw. den Umbau begleitet.

7. Jetzt lief vieles parallel – vor allem haben wir unzählige Gespräche geführt zu Themen wie Websiteerstellung und Software, die verwendet werden soll. Außerdem mussten Angebote für Maschinen und Technik eingeholt werden. Und schließlich kam als wohl schwierigster Part die Konzeptionierung der Innenausstattung hinzu.

8. Wir wussten direkt, dass wir ein starkes Team benötigen und haben deshalb angefangen die ersten Mitglieder unseres Teams zu suchen, die den Space betreuen.

9. Planung der Eröffnung und dann Ausstatten des Spaces in zwei Wochen.

10. Tadaaaaa!

Wie sieht ein typischer Tag für euch aus?

Im Moment ist tatsächlich jeder Tag anders.

Wir nehmen gerade viele Termine wahr, treffen uns mit Kooperationspartnern, um unsere Events und Workshops zu planen, stecken in den Vorbereitungen für die Eröffnung von Okandada Köln- Süd und Frankfurt und kommen gerade in unseren neuen Arbeitsrhythmus hinein.

Ihr baut Okandada zu zweit auf. Wie habt ihr euch gefunden und wie teilt ihr euch die Aufgaben auf?

Wir haben uns bei unserem letzten Arbeitgeber kennengelernt und im Zuge eines gemeinsamen Projektes die Gründungsidee gehabt. Von unseren Persönlichkeiten her sind wir auf den ersten Blick sehr unterschiedlich, bezogen auf die Gedankengänge jedoch absolut ähnlich.
 
Die Aufgabenteilung lief ganz natürlich, jeder besinnt sich auf seine Stärken. Sandrina kümmert sich eher um Marketing und Netzwerkausbau, Jessica hat sich dem, bei uns beiden unbeliebten, Thema Finanzen und Steuern angenommen. Viele Themen bearbeiten wir jedoch ausschließlich gemeinsam, zum Beispiel den Bereich Personal oder wegweisenden Strategieplanungen. So lange wir nur die Kölner Spaces haben wird das gut funktionieren, später werden wir auch diese Bereiche entsprechend aufteilen.

 

Ihr eröffnet gerade den zweiten Coworking Space in Köln und demnächst dann auch in Frankfurt. Was macht eurer Meinung nach den Erfolg eines Co-Working Spaces aus?

Wir denken, dass das Grundkonzept, eine gute Dienstleistung zu erbringen und viel Mehrwert zu schaffen, in Kombination mit ökologischem und nachhaltigem Denken, etwas ist, was überall gut ankommt.

 

Eine eigene Location, möblierte Arbeitsplätze, die technische Ausstattung, das klingt schon mal nach einer enormen finanziellen Investition. Wie habt ihr eure Geschäftsidee vom Co-Working Space finanziert?

Wir hatten das große Glück in unserem Netzwerk einen Investor sehr schnell für die Idee begeistern zu können. Hier war vor allem ein guter Pitch entscheidend. Wir konnten selbstsicher auch kritische Fragen beantworten und haben uns bei dem Gespräch tanzstreng an unser bereits ausgearbeitetes Konzept gehalten. Wir sind froh, dass wir finanzielle Unterstützung erhalten haben, denn die Anmietung und Ausstattung der Spaces ist sehr kostenintensiv – z.B. wurden fast alle Möbel von einem Schreiner gebaut.

Nicht zu unterschätzen sind aber auch die laufenden Kosten für einen Space, vor allem Strom und Kaffee sowie natürlich Miete und Personal zählen zu den hohen Positionen.

Habt ihr einen Tipp für alle, die sich mit einer ähnlichen Geschäftsidee selbstständig machen möchten?

Das Wichtigste ist für uns die Leidenschaft für das eigene Projekt.

Das klingt zwar abgedroschen, ist aber wahr.
 
Die Disziplin, den nötigen Ehrgeiz und die Energie, die man gerade in der Anfangsphase braucht, wird man ohne Leidenschaft nicht aufbringen und die Leute spüren die Leidenschaft in kleinen Details, da sind wir uns absolut sicher und das ist auch das, was wir an Feedback bekommen. Zudem ist es unerlässlich als Gründerteam gut zu harmonieren, sich aber auch mal gegenseitig Antrieb zu geben.

Den Okandada Co-Working Space findet ihr auf dem Hohenzollernring 16-18. Schon ab 29 Euro pro Tag könnt ihr euch einen flexiblen Arbeitsplatz buchen.

https://www.okandada.com/

Was ist Co-Working?

Ein Co-Working Space ist eine Bürofläche, die von unterschiedlichen Personen, wie Freelancern und Selbstständigen, oder von ganzen Unternehmen gemeinsam genutzt wird. Je nach Art des Co-Working Space gibt es Büroplätze und Räume zu Anmieten sowie offene Flächen für den Austausch. Das macht auch den Reiz von Co-Working aus: andere Menschen aus verschiedenen Branchen treffen, sein Netzwerk erweitern und sich Input für die eigene Arbeit einholen. Um im Co-Working Space zu arbeiten, kann man Tages-,Wochen- oder Monatstarife abschließen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.