JOB UND KARRIERE

5 Sätze, die du nicht mehr bei der Arbeit sagen solltest

Erst denken, dann sprechen. Klappt nicht immer, sollte man sich aber vor allem im Arbeitsumfeld angewöhnen.

Es gibt wenige Orte, an denen, dass was ihr sagt, so auf die Goldwage gelegt oder falsch ausgelegt werden könnte – außer vielleicht innerhalb eines Beziehungsstreits. Das was ihr sagt, hat Einfluss darauf, wie ihr von Mitarbeitern und Vorgesetzten wahrgenommen werdet und das widerum hat Einfluss auf euren Erfolg.

Dass wir keine sexistischen Witze reißen, Kollegen beleidigen oder zu viele Details über unser Wochende beim Kaffee mit den Kollegen teilen sollten, ist klar – jedenfalls den meisten von uns. Aber es gibt auch typische Phrasen, die wir in unseren beruflichen Sprachgebrauch integriert haben, von denen wir gar nicht merken, dass sie unserer Außen-, aber auch Selbstwahrnehmung schaden.

Hier sind fünf Sätze, die du dir bei der Arbeit abgewöhnen solltest:

„ICH SOLL DAS SO MACHEN“

„Ich soll ein Konzept vorbereiten und dann überlegen, wie man das kostengünstig umsetzen kann“. Ein beispielhafter Satz der Folgendes ausdrückt: Jemand anders hat die Verantwortung, du führst nur aus. Traut man so jemandem mehr zu?

Egal in welcher Position du dich befindest, ob Praktikant oder Senior Berater, mache jede Aufgabe zu DEINEM Projekt. In deinem Job bist du die Expertin und sobald dein Vorgesetzter dir eine Aufgabe oder ein Projekt überträgt, solltest du aufhören passiv auszuführen, sondern mitdenken und Verantwortung übernehmen.

Sobald du dir einen „aktiven“ Sprachstil angewöhnst, wirst du nicht nur als selbst- und verantwortungsbewusster wahrgenommen, auch deine Selbstwahrnehmung verändert sich. Solange du in der passiven Haltung bleibst und deine Arbeit nicht mit dem Gefühl der Eigenverantwortung füllst, wirst du nie wirklich gut sein in dem was du machst.

Ab jetzt heißt es also: „Ich bereite ein Konzept vor und überlege wie man es kostengünstig umsetzen kann“. Siehst du denn Unterschied?

„DA BIN ICH GANZ EMOTIONSLOS“

Dieser Satz suggeriert nichts anderes als Desinteresse und Respektlosigkeit. Wenn dich eine Kollegin fragt: „Findest du wir sollten die neue Kleiderkollektion nach links oder lieber rechts stellen?“ und du antwortest „Da bin ich ganz emotionslos“, solltest du vielleicht überlegen, ob es an der Zeit ist, den Job zu wechseln. Mit solchen Aussagen lässt du deine Mitarbeiter im Stich und gibst ihnen das Gefühl, dass die Frage, über die sie sich Gedanken machen, keinerlei Relevanz für dich hat. Wenn dir wirklich egal ist, wo die neue Kollektion steht und du keine Meinung dazu hast, sag einfach „Ich denke beides wird gut aussehen, was denkst du denn?“   Klingt doch schon viel netter.

„DAS IST NICHT FAIR“

Die Kollegin hat eine Gehaltserhöhung bekommen, du nicht. Dein Projektpartner wurde von der Chefin gelobt und du hast gar kein Feedback bekommen. Ungerechtigkeiten gibt es immer – auch im Job. Doch passives Jammern hat noch nie geholfen. Ob Gehalt, Probleme mit dem Chef oder Streitigkeiten mit den Kollegen: Hast du deiner Meinung nach etwas nicht bekommen, was dir zusteht, dann überlege dir:

  1. Was ist die Ursache für deine Situation? Überlege dir zuerst, warum es dir so geht und warum negative Gefühle in dir aufkommen. Ist es tatsächlich Unfairnis und die Ignoranz der anderen oder bist du vielleicht mit dir selbst unzufrieden? Finde heraus, wo dieses Gefühl wirklich herkommt, warum deine Leistung vielleicht nicht so gesehen wird, wie du es dir wünschen würdest oder warum du es nicht schaffst, sie in der Weise zu präsentieren, dass sie Anerkennung findet.
  2. Was machen die anderen anders als ich? Hat deine Kollegin vielleicht tatsächlich mehr gearbeitet, besser verhandelt oder ihre Leistungen besser präsentiert als du? Kein Grund Groll gegen die Kollegen zu hegen und in Selbstmitleid zu versinken, die Energie solltest du lieber dafür benutzen zu überlegen, wie du es zukünftig besser machen kannst. Gibt es vielleicht sogar etwas, was du dir von den Kollegen abschauen kannst? Anstatt erfolgreiche Kolleginnen als Konkurentinnen und Feinbilder zu sehen, sollte dich ihr Erfolg dazu motivieren, selbst besser zu werden.
  3. Was muss ich tun, um meine Situation zu verbessern? Der letzte Schritt ist Handeln. Nachdem du festgestellt hast, was ganz konkret nicht gut läuft, mach dich daran, aktiv Schritte einzuleiten, um deine Situation zu verbessern. Bedeutet es, dich beim nächsten Projekt noch mehr anzustrengen, präsent zu sein anstatt im Hintergrund zu verschwinden oder überzeugter für deine Sache zu argumentieren? Vielleicht fragst so gar deinen Vorgesetzen, woran es gelegen hat und was du tun musst, um für ein Projekt nächtstes Mal berücksichtig zu werden. Nimm es dir fest vor, schreib es dir auf und tu es!

„ICH WOLLTE NUR MAL KURZ EBEN FRAGEN“

„Nur mal kurz…“

„Sorry, aber vielleicht könnten wir…“

„Ist vielleicht eine blöde Idee aber….“

Zusammengefasst: Unnötige Satzanfänge, bevor die eigentliche Information kommt. Das A und O in der Bürokommunikation ist Klarheit und Direktheit. Kein Rumdrucksen, keine Sätze, die euch klein und unsicher erscheinen lassen, noch bevor ihr sagt, was ihr eigentlich sagen wollt. Anstatt „Ich wollte dich nur mal ganz kurz fragen, ob du dir vielleicht mal das neue Logo anschauen könntest“ kannst du einfach sagen „Ich möchte dich nach deiner Meinung zum neuen Logo fragen.“   Eine klare, selbstbewusste Aussage. Punkt.

„DAS HABEN WIR IMMER SCHON SO GEMACHT“

Dieser Satz ist vor allem beliebt bei Mitarbeitern, die schon länger im Unternehmen sind und die einen immer zum Verzweifeln bringen, wenn man irgendwo neu anfängt und neue Ideen mit reinbringen will. Kein Unternehmen ist groß geworden, weil immer nur die gleichen Methoden durchgeführt und keine neuen Ideen ausprobiert wurden. Erfolgreiche Unternehmen brauchen Erfahrung und Fachwissen, aber auch Innovation und Risikobereitschaft.

Es ist schon klar, wenn du dich an bestimmte Vorgänge gewöhnt hast, fällt es manchmal schwer, Neues anzunehmen. Lös dich davon, neue Ideen und andere Wege, sind keine Bedrohung für dich, wenn du ihnen mit deiner Erfahrung und Expertise begegnest, als mit Gegenwehr.

Und wenn dir dieser Satz selbst entgegengebracht wird, lass dich nicht entmutigen, aber respektiere auch, wenn deine Ideen nicht überall mit Begeisterung angenommen werden. Anstatt deine Vision mit Gewalt durchboxen zu wollen, frag lieber nach, was konkrete Kritikpunkte sind und wie man gemeinsam daran arbeiten könnte.

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