JOB UND KARRIERE

So gehst du mit Blendern und Lügnern im Büro um

Große Gesten, Halbwahrheiten, das Umwerfen mit Komplimenten und zu jedem Thema eine Geschichte  – in fast jedem Unternehmen, in dem Wettbewerb und Leistungsdruck vorherrschen, begegnen sie uns: Blender.

In Meetings mit dem Chef sprechen sie von großen Plänen und Erfolgen, werfen mit Buzz Begriffen um sich und danach passiert erstmal nichts. Gerne schreiben sie sich die Arbeit anderer auf die eigene Fahne, lügen zu ihrem Vorteil und haben nicht selten Erfolg damit.

Anstatt dich nur zu ärgern, solltest du reagieren. Nicht aggressiv, sondern geschickt.

Hier erfährst du wie du den Blender erkennst und wie du gekonnt mit ihm umgehst.

1. Mach sein Problem nicht zu deinem

Du kriegst schon wieder mit, wie dein Kollege der Geschäftsführung Märchen von erfolgreichen Projekten und Kundenmeetings erzählt, die es nie gegeben hat? Im Teammeeting wirft er mit leeren Phrasen um sich, die eigentlich nichts bedeuten?

Das nervt. Trotzdem solltest du die offensichtlichen Ängste und Unsicherheiten, die dahinterstecken, nicht zu deinem Problem machen. Solange dein beruflicher Erfolg nicht vom Verhalten des Blenders betroffen ist, kannst du seine Eigenarten getrost ignorieren und dich auf das Wesentliche konzentrieren: Deine Karriere. Alles andere wäre Energieverschwendung.

Falls du aber direkt von den Lügen, Schmeicheleien und Manipulationsversuchen betroffen bist, solltest du wissen, wie man damit umgeht.

2. Nachgehakt – Fragen stellen

Um andere zu beeindrucken und sich als erfolgreicher Gewinnertyp dazustellen wählt der Blender vor allem ein Mittel: Lügen.

Er erzählt von Geschäftskontakten, die es gar nicht gibt, schmückt seine berufliche Karriere mit Positionen und Projekten aus, die ihm nie zugesprochen wurden und erzählt von harten Verhandlungen, die er zu Gunsten des Unternehmens gewonnen hat, obwohl er eigentlich den Kürzeren gezogen hat.

Du hast zwei Alternativen auf die Großspurigkeit und Lügen zu reagieren.

1. Ignorieren und mitspielen

2. Nachfragen stellen, um es dem Blender unbequem zu machen

Wenn das Verhalten deines Kollegen Einfluss auf deine eigene Karriere und dein Wohlbefinden hat, fällt es schwer Zuspruch zu geben und nett zu lächeln, wenn du genau weißt, dass dir Lügen aufgetischt werden. Du kannst den Blender in Erklärungsnot bringen, indem du einfach nachhakst. Frag ihn, ob er dich zu dem Businesslunch, den er mit den wertvollen Kontakten vereinbart hat, mitnehmen könnte, ob er dir die Präsentation zeigen kann, die so gut beim letzten Kundenmeeting angekommen ist oder ob er eine Verbindung zum Geschäftsführer von Coca Cola machen kann, mit dem er so gut befreundet ist.

Aber vorsicht: Der Blender ist so geübt im Lügen, dass er schnell weitere Geschichten aus dem Hut zaubert um sich rauszuwinden. Ihn zu stellen ist schwierig und führt nur zu Konflikten, aber wenigsten kannst du ihn mit deinen „interessierten“ Fragen etwas ins Straucheln bringen. Je häufiger zu ihn in unbequeme Situationen bringst, desto weniger wird er sich trauen dir Märchen aufzutischen.

 

3. Sei vorsichtig, was du sagst

Blender sind Opportunisten. Sie nutzen jede Gelegenheit zu ihrem eigenen Vorteil aus. Sie neigen dazu, sich bei anderen durch Komplimente und Informationen beliebt zu machen und spielen andere dafür gerne gegeneinander aus.

Lästern ist im Büro generell keine gute Idee, aber bei Blendern solltest du besonders vorsichtig sein, was du von dir gibst. Böse Worte über den Chef oder eine Abneigung gegen das dir zugeteilte Projekt können ganz „aus Versehen“ dort landen, wo sie nicht hinsollten.

4. Hör genau hin

Der Blender wirft gerne mit Komplimenten um sich, nicht selten ohne Hintergedanken. Anstatt mit Ehrlichkeit und direkten Ansagen zu punkten, schleimt er sich lieber ein.

Komplimente werden dabei manchmal auch ganz gezielt gemacht, um etwas zu erreichen. Schließlich ist es nicht einfach jemanden einen Gefallen abzuschlagen, der dir eben ein Kompliment gemacht hat, wie gut du darin bist administrative Aufgaben zu übernehmen. Zack, bist du diejenige die Tabellen ausfüllt, während der Blender sich den „wirklich wichtigen“ Aufgaben widmet.

Manchmal sind sogar Beleidigungen und Degradierungen deiner Leistung darin verpackt, ohne dass du es merkst.

Was sagt der Blender vor dem Chef oder deinen Kollegen über dich?

„Susanne nimmt mir immer sehr viel von den Tagesaufgaben ab, damit ich zu Kundenterminen gehen kann“   

„Tine unterstützt mich sehr, ohne sie hätte ich den Deal nicht reinbekommen“

„Anna ist der Ruhepol, wenn ich mal wieder super gestresst bin“

Was diese vermeintlichen Komplimente aussagen sollen? Nur eins: Ich bin so wichtig und beschäftigt, die anderen arbeiten mir zu.

Lass dich also nicht blenden, wenn dein Kollege dich das nächste mal in deinem Beisein vor deinem Chef lobt.

Anstatt still daneben zu sitzen, wie jemand, der nicht für sich selbst sprechen kann, solltest du reagieren. Zum Beispiel mit den Worten: „Danke Tobi, du unterstützt meine Arbeit auch super.“

5. Sieh zu und lerne

Du bist die ehrlichste Haut und könntest sowas nie? Gut, aber auch du musst lernen, dass das Büro ein Spielfeld ist.

Das bedeutet nicht, dass du wie der Blender anfangen sollst, dir Geschichten aus dem Ärmel zu schütteln, denn wie du selbst, erkennen auch die anderen den Schein hinter dem Sein.

Was du dir aber abschauen kannst: Häufiger und ohne Scham über deine Stärken zu sprechen. Denn vor allem Frauen neigen dazu, ihre eigenen Stärken kleinzureden oder ihren eigenen Erfolg dem Team zuzusprechen. Es ist nicht arrogant, auch mal zu sagen, was man gut kann und wo man erfolgreich war (vor allem in Gehaltsgesprächen) oder sich für Präsentationen zu melden, anstatt es dem Kollegen zu überlassen.

Verschaffe dir außerdem mehr Raum und Redezeit. Denn auch das ist etwas, was Frauen so ungern machen. Wenn du das nächste Mal dazu befragt wirst, wie ein Projekt gelaufen oder an welchen Projekten du aktuell arbeitest, führ ruhig alles aus und erzähl von deinen Erfolgen, ansatt vor Angst den anderen zu langweilen, die Hälfte davon auszulassen.

6. Und schließlich: Was hat kurze Beine?

Lügen, genau! Blender mögen für einen gewissen Zeitraum mit ihren Stories erfolgreich sein, aber nicht für lange. Nach einer Zeit werden Lügen entlarvt und aufgeblasene Erfolgsgeschichten bleiben ohne Ergebnisse. Zeit für den Blender zu gehen. Du kannst davon ausgehen, dass der Blender irgendwann von selbst das Feld räumt, wenn es ungemütlich wird. Tee trinken und mit überlegenem Lächeln abwarten.

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