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Tipps, mit denen du direkt und einfach Geld sparst

Du kannst so viel verdienen wie du willst, wenn du nicht weißt wie man mit Geld umgeht, wirst du nie genug davon haben.

Ich spreche aus Erfahrung. Wenn ich an meine Kindheit und Jugend zurückdenke, war Geld etwas, von dem zum einen immer zu wenig da war und zum anderen für Konsumgüter ausgegeben wurde. Und so habe ich, als ich endlich mein erstes Geld verdient habe, nichts anderes gemacht. Geld kam rein und ging direkt wieder raus. Das Fatale dabei war, dass ich mit jedem Mal bei dem ich durch eine Gehaltserhöhung oder einen Jobwechsel mehr Geld zur Verfügung hatte, auch mehr ausgab. Und auch wenn ich 100, 200 oder 400 Euro netto mehr verdient habe, stand ich trotzdem am Monatsende da und hatte wieder 0 Euro auf dem Konto, oder Minus 150 Euro.

Bis dann irgendwann der Punkt kam, an dem mir klar wurde, dass es so nicht weitergeht. Ich wollte kein Minus auf dem Konto mehr haben. Mein Schrank war voller Klamotten und ich hatte trotzdem das Gefühl, nicht genug zu haben. Und so habe ich im Netz nach Spartipps gesucht, mit YouTube Videos angeschaut, Bücher gelesen, um am Ende festzustellen, dass vieles von den angepriesenen Sparmethoden schlichtweg nicht für mich funktioniert, bzw. mich viel zu sehr einschränkt. Ich will kein Haushaltsbuch führen, mir nicht jeden Tag Ausgabenlisten aufschreiben, nicht mit Geldumschlägen durch die Gegend laufen. Und Frugalist werde ich auch nicht mehr. Auch wenn mir zahlreiche Anhänger bei YouTube davon erzählen, dass sie sich dadurch mit 40 in Rente gehen können. Das muss auch anders gehen, als durch absoluten Verzicht.

Ich habe mir deswegen bestimmte Verhaltensweisen für den Umgang mit Geld angeeignet, die für mich, als jemand der sich gerne belohnt, gut funktionieren. Ich spare Geld, ohne ständig daran denken zu müssen.

Hier sind 10 einfache Spartipps, ohne lästige Haushaltslisten auskommen und mit denen du nebenbei sparen kannst, ohne auf deine Shopping-Apps und deinen Coffee to go zu verzichten.

 

1. Rich Bitch Konto

Ein Tipp, von dem jede von uns schon mal gehört hat und trotzdem ziehen es zu wenige konsequent durch:

1. Leg dir ein Sparkonto an

2. Richte einen Dauerauftrag ein, bei dem jeden Monatsanfang eine bestimmte Summe von deinem Hauptkonto auf dieses Sparkonto transferiert wird.

Das ist einer der effektivsten Spartipps. Ganz einfach deswegen, weil du nur ein einziges Mal darüber nachdenken musst, danach passiert alles automatisch. Und es ist für jeden umsetzbar. Wenn du am Anfang deiner Karriere stehst, legst du einen Dauerauftrag über 30 Euro an, wenn sich deine finanzielle Situation verbessert, 60 Euro monatlich usw.

Optimalerweise überträgst du 10-15% deines Gehalts auf dein Sparkonto.

Beispiel: Wenn du monatlich 1800 Euro netto verdienst, legst du einen Dauerauftrag an, bei dem jeden Monatsanfang 180 Euro auf dein Sparkonto übertragen werden.

Du hast diese 180 Euro nie gesehen, du wirst nie verführt sein, sie auszugeben und gleichzeitig wächst dein Rich Bitch Konto von Monat zu Monat an. Am Ende des Jahres hast du bereits 1800 Euro gespart, nach 10 Jahren 18.000 Euro. Klingt gut oder? Und das ohne, dass du bewusst Geld zurücklegen musst.

Auf den Namen Rich Bitch Konto kam ich übrigens wegen Nicole Lapins Buch „Rich Bitch„. Eine große Buchempfehlung wenn es um Finanztipp-Bücher geht.

2. Aktien anstatt Schuhe shoppen

Es ist erfreulich zu sehen, dass sich Frauen immer mehr mit den eigenen Finanzen beschäftigen und sich auch an Geldanlagen herantrauen. Lange Zeit waren Aktieninvestments Männersache (kein Wunder, Frauen haben in Deutschland erst seit den 70ern ein Recht auf ein eignes Konto). Heute unterhalten sich auch junge Frauen in meinem Arbeitsumfeld über die Wahl der richtigen ETF´s (Passiv verwaltete Indexfonts).

Leg dein Geld nicht nur auf dein Sparkonto, leg es auch gewinnbringend an. Ein Sparkonto ist nur ein Sicherheitspuffer, Anlagen bringen dir langfristig bares Geld. Um sein Geld sinnvoll zu investieren, musst du dich vorab mit dem Thema beschäftigen, aber entgegen aller Glaubenssätze („Das verstehe ich eh nicht“) ist es eigentlich gar nicht so schwer und macht sogar Spaß.

Schritt 1: Du brauchst ein Depot. Eine genaue Anleitung wie das geht, was die ersten Steps sind und worauf du achten musst, bekommst du zum Beispiel hier.

3. Die richtige Bank

Menschen sind Gewohnheitstiere, manchmal auch Faultiere. Deswegen bleiben wir oft bei dem, was wir schon haben. Dabei macht es, genau so wie mit deinem Strom- oder Internetanbieter, sehr viel Sinn, dir die Angebote verschiedener Banken anzuschauen. Vor allem wenn dir deine jetzige Bank Gebühren für einen Service abknöpfen will, den du gar nicht nutzt. Oder wie häufig besuchst du tatsächlich den Schalter in der Filiale?

Ich selbst habe nach vielen Jahren als Kunde einer Filialbank zu einer Onlinebank gewechselt, die viel weniger Dispozinsen berechnet, 0 Gebühren kostet, die es mir ermöglicht überall in Europa an jedem Automaten kostenlos Geld abzuheben und bei der ich über eine App einen super Überblick über meinen Finanzen habe. Macht deine Bank das auch? Wenn nicht, überlege dir, ob ein Wechsel nicht sinnvoll wäre und dir vor allem Gebühren spart.

4. Envelope Budget

Du findest bei YouTube zahlreiche Videos zum Thema Envelope Budgeting. Grundsätzlich geht es darum, am Anfang des Monats dein frei verfügbares Geld vom Konto abzuheben, dir Budgets für verschiedene Bereiche deines Lebens zurechtzulegen, dieses Budget in Umschläge zu packen und nur dieses festgelegte Budget zu verwenden.

Beispiel: Wenn du dir am Anfang des Monats 80 Euro für Beauty und Pflege in den Umschlag packst und du beim Friseur 72 Euro ausgibst, hast du für den Rest des Monats nur noch 8 Euro für Shampoo und Zahnpasta.

Klingt logisch, aber mal ehrlich, wer will schon mit 10 Umschlägen voller Bargeld durch die Gegend laufen?

Die Idee finde ich aber grundsätzlich super, weil dahinter  das Konzept der Kontrolle über deine Finanzen steht. Deswegen habe ich das ganze für mich abgewandelt und glaube, dass dies die am leichtesten nachvollziehbare und umsetzbare Methode ist.

Die 2-Fächer-Methode

Jedes Portemonnaie hat in der Regel zwei Fächer – und mein Geld ist genau auf diese zwei Fächer aufgeteilt. Eines für notwenige Dinge (Essen, Putzmittel, Bahntickets etc.) und das andere für Freizeit (Kino, Friseur, Coffee to go, Klamotten).

Es hat ein bisschen gedauert, bis ich herausgefunden habe, welches Budget für die beiden Bereiche wirklich Sinn macht. Man gibt mehr aus, als man am Anfang einschätzt. Mitlerweile habe ich aber ein Budget für mich festgelegt mit dem ich mich nicht komplett einschränken muss und gleichzeitig nicht unkontrolliert Geld ausgebe.

Damit es auch Spaß macht: Alles was du sparst, kannst du in den nächsten Monat mitnehmen und dir dann auch mal mehr leisten. Wichtig ist nur, dass du am Anfang des Monats nicht mehr als das festgelegte Budget von deinem Konto abhebst.

5. Coffee to go – Die 8 Euro Regel

Essen und Trinken im Arbeitsalltag schluckt ganz schön viel unnötiges Geld, wenn wir nicht aufpassen. Morgens ein Coffee to go für 4 Euro und ein Croissant auf die Hand, weil du wieder zu lange gesnoozt hast, mittags der Lunch mit den Kollegen, abends Sushi, weil der Tag so anstrengend war.

Und wenn du, wie ich, in der Innenstadt wohnst und arbeitest, gibt es auch bei dir zahlreiche Möglichkeiten um die Ecke was zu essen zu kaufen, du musst theoretisch nicht mal einen Kühlschrank besitzen.

Auch wenn ich alle Kollegen bewundere, die das Haus mit drei Tupperdosen und einem selbstgemachten Smoothie verlassen, weiss ich, dass das für mich unrealistisch ist.

Deswegen habe ich folgende Sparregel eingeführt: Ich gebe täglich maximal 8 Euro am Tag für Essen unterwegs aus.

Das heißt, wenn ich mir morgens draußen ein Frühstück kaufen will, dann kostet das mit Kaffee 4 Euro, dann habe ich noch 4 Euro für ein Mittagessen übrig. Klappt nicht immer, aber wenigstens kaufe ich seitdem bewusster und bringe mir mehr von zuhause mit.

6. Prep a meal

Seitdem ich die 8 Euro-Regel eingeführt habe, versuche ich immer mindestens eine Mahlzeit zur Arbeit mitzunehmen. Wenn ich es schaffe, sowohl Frühstück als auch Mittagessen mitzubringen, kann ich mir abends Sushi leisten.

Dabei habe ich eigentlich keine Lust jeden Tag für den nächsten Tag vorzukochen und morgens snooze ich zu lange, um mir ein ausgiebiges Frühstück zu gönnen.

Deswegen muss es schnell und ohne viel Aufwand gehen. Diese Methoden funktionieren gut für mich:

Frühstück: 

Der Coffee to go ist mein größtes Laster, ich genieße es einfach viel zu sehr auf dem Weg zur Arbeit meinen ersten Kaffee in der Bahn zu trinken. Damit ich nicht mehr täglich vier Euro im Café lasse, habe ich mir angewöhnt den Coffee to go zuhause vorzubereiten. Schritt Nr 1: Kaffeemashine und Milchschäumer, mit denen du schnell deinen Barista Cappuccino zubereiten kannst und Schritt 2: Ein schöner To Go Becher, den du gerne mit dir rumträgst und der verschließbar ist, wie dieser hier.

Als Frühstücksmahlzeit setze ich auf Porrige. Das ist supergünstig und sehr schnell und einfach gemacht. Haferflocken und Milch (oder Milchalternative) in den Topf, aufkochen, fertig. Das ganze fülle ich dann in ein Weckglas, garniere es mit in paar Früchten oder Nüssen und kann es bequem mit zur Arbeit nehmen.

Lunch:

Ein Nudelauflauf schmeckt auch nach 3 Tagen gut, vor allem wenn du bei der Arbeit  Hunger bekommst. Weil ich keine Lust habe jeden Abend zu kochen, habe ich mir angewöhnt größere Portionen vorzukochen, die ich in Tupperdosen aufteilen und an drei Tagen hintereinander mitnhemen kann. So spare ich Geld und Zeit.

 

7. Wunschzettel anstatt Warenkorb

Ich schoppe gerne online und manchmal auch aus Langeweile. Auch weil es so einfach ist, ein Klick und die Schuhe gehören mir. Als ich irgendwann angefangen habe, meine Pakete nicht mehr nach Hause, sondern ins Büro zu liefern, damit mein Freund nicht sieht, wie viel ich bestelle, ist mir bewusst geworden, dass ich aufhören muss, den „In den Warenkorb“ Button zu leichtfertig zu klicken. 

Aber so vollkommen aufhören im Onlinekatalog zu stöbern oder während einer Netflix Serie durch die Shopping-App zu scrollen? Dazu macht das viel zu viel Spaß. Deswegen habe ich irgendwann angefangen, Dinge die mir gefallen nicht mehr direkt in den Warenkorb zu legen, sondern auf die Wunschliste.

Die Vorteile:

  • Du befriedigst damit trotzdem deinen ersten Kaufrausch, auch wenn du die Sachen nicht direkt bestellst
  • Beim nächsten Mal Schauen, gefallen dir die Sachen vielleicht gar nicht mehr so gut
  • Du hast deine Wunschklamotten im Blick und kannst darauf warten, dass sie runtergesetzt werden, anstatt sie zum Originalpreis zu kaufen
  • Ich bestelle seitdem viel weniger und immer zum günstigeren Preis

8. Steuererklärung machen und dafür Rechnungen sammeln

Mit jedem Blick auf die Lohnabrechnung wird es schmerzlich deutlich: Die Steuer schluckt einen bedeutenden Teil unseres Bruttogehalts.

Um wenigstens einen Teil davon zurückertstattet zu bekommen, lohnt es sich in jedem Fall eine Steuererklärung abzugeben. Für die meisten von uns die Abgabe einer Steuererklärung etwas, das wir gerne vor uns herschieben. Es erscheint zu kompliziert und zu aufwändig. Was ist, wenn ich was falsch eintrage? Lohnt sich der Aufwand überhaupt für mich?

Auf jeden Fall, ja! Denn es gibt einige Dinge, die du von der Steuer absetzen kannst. Dazu gehören zum Beispiel der Der Weg zur Arbeit, größere Anschaffungen, Bewerbungskosten, Arztkosten, Berufskleidung, Kinderbetreuung oder Reisekosten.

Belege solltest du sammeln und aufheben. Du musst sie zwar nicht mehr mit der Steuererklärung einreichen, aber das Finanzamt kann sie nachträglich anfordern. Außerdem hilft dir das Sammeln von Belegen dabei, keine deiner abzusetzenden Ausgaben zu vergessen.

Zusatztipp: Hast du schon mal darüber nachgedacht, ob du wirklich weiterhin Kirchensteuer zahlen möchtest? Denn hier kommt auf die Einkommensteuer ein Kirchensteuerzuschlag von 9 Prozent hinzu. Mit einem Kirchenaustritt kannst du die Zahlung beenden. Das geht ganz einfach beim Amtsgericht deiner Stadt.

9. Ausleihen anstatt kaufen 

Du brauchst ein passendes Kleid für das nächste Event, Weingläser für die Einweihungsparty, ein Kochbuch, dass dich bei deinem #healthylifestyle unterstützen soll.

Was ist dein erster Gedanke, wenn du irgendwas brauchst, was du nicht besitzt? Kaufen!

Stattdessen solltest du überlegen, ob du Dinge, die du nur  für eine einmalige Gelegenheit brauchst, ausleihen kannst.

„Teilen anstatt besitzen“ ist ein Trend, der nicht nur Geld spart, sondern auch Ressourcen schont. Außerdem stellst du deine Wohnung nicht mit Sachen voll, die du nicht mal regelmäßg benutzt.

Ich habe zum Beispiel eine zeitlang sehr viel Geld für Bücher ausgegeben, die irgendwann in meinem Bücheregal verstaubt sind. Auch wenn ein Bücherregal sich gut in der Wohung macht, die meisten Bücher, die man kauft, ließt man nur einmal. Ich habe daher beschlossen, alle Bücher, an denen ich nicht emotional hänge (Marie Kondo Style) zu verschenken oder auf Momox zu verkaufen. Anstatt neue Bücher zu kaufen, habe ich mir Büchereiausweis besorgt. Der kostet jährlich ungefähr so viel wie drei Bücher und dabei kann ich mir so viele Bücher ausleihen wie ich will. Wenn mir ein ausgeliehenes Buch nicht gefällt, gebe ich es einfach zurück, anstatt mich darüber zu ärgern, dafür Geld ausgegeben zu haben.

 

10. Alte Sachen verkaufen

Geld spart man nicht nur, in dem man weniger konsumiert, sondern indem man sich von Dingen, trennt, die man nicht braucht. Je voller und unübersichtlicher der Kleiderschrank, desto mehr haben wir das Gefühl nichts zum Anziehen zu haben und kaufen immer wieder Neues.

Ich bin dem Marie Kondo Aufräum-Prinzip zuerst mit einem müden Lächeln begegnet, aber es funktioniert wirklich: Frag dich bei all deinem Besitz, ob es dir wirklich noch Freude bereitet. Wenn nicht, trenne dich davon.

Nicht nur, dass es ein befreiendes und gutes Gefühl ist, dich von Balast zu befreien, es kann dir auch bares Geld einbringen. Über Dinge, die bei dir seit Jahren im Regal verstauben, freuen sich andere.

Um mit gebrauchten Sachen Geld zu machen gibt es zahlreiche Möglichkeiten: Du kannst einen Stand auf einem lokalen Flohmarkt buchen oder deine Sachen auf Onlineplattformen wie Ebay, Momox oder Spock verkaufen. Per App dauert es keine fünf Minuten. Markenartikel verkaufen sich übrigens immer gut. Tipp: Mach beim Verkauf von Kleidungsstücken ein paar Fotos davon, wie die Sachen angezogen aussehen (Kopf beim Foto abschneiden), das erhöht die Verkaufschancen.

Habitus – Gewöhn dich dran

Ich hoffe, da waren ein paar nützliche Spartipps für dich dabei. Aber egal für welche Sparmethode du dich entscheidest, grundsätzlich sollte es nicht darum gehen, dir Verbote aufzuerlegen, sondern dir in verschiedenen Lebensbereichen langfristig Gewohnheiten anzueignen. Sonst empfindest du das Sparen nur als Last. Wenn du dir stattdessen angewöhnst dir regelmäßig Essen vorzukochen, den Coffee to go von Zuhause mitzunehmen oder dir monatlich eine feste Summe auf dein Sparkonto oder Anlagen abzubuchen, sparst du einfach nebenbei.

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