REISEN

Warschau – 8 Dinge, die du in der coolen Metropole machen kannst

Amsterdam, Stockholm, Barcelona – welche Städte fallen dir als erstes ein, wenn du einen Städtetrip in Europa planst?

Warschau dagegen findet sich selten in der Reise Bucket List. Dabei hat die polnische Hauptstadt einiges zu bieten. In keiner anderen europäischen Hauptstadt ist der Kontrast zwischen Geschichte und Moderne so deutlich und gleichzeitig eng miteinander verzahnt.

Während du in der Altstadt zwischen nach dem Krieg wiederaufgebauten Gebäuden umherflanierst, die den Eindruck erwecken als wären sie hübsche Denkmäler einer vergangenen Zeit, überbieten sich in der Neustadt Wolkenkratzer und Neonreklamen. Auf der anderen Seite der Weichsel findest du im kultigen Stadtteil Praga dagegen noch das echte historische Warschau – kaputt, grau, grell und authentisch.

Seit meinem Besuch im Sommer ist Warschau definitiv in meiner Top 5 aller europäischen Großstädte. Hier sind 8 meiner Highlights, die du in dieser geschichtsträchtigen Metrolpole machen kannst:

1. Von der Nowy Swiat Straße bis hinunter zur Weichsel

Als ich das erste Mal über die Nowy Swiat Straße Richtung Marktplatz gelaufen bin, hatte ich fast das Gefühl in Paris zu sein, oder Wien – wegen der hübschen Laternen vielleicht. Einige finden die, im Krieg vollkommen zerstörte und danach wieder originalgetreu aufgebaute, Altstadt etwas kitschig. Zu sehr wurde sich bemüht alles möglichst so aussehen zu lassen, als hätte es schon seit Jahrhunderten dort gestanden, nur in nagelneu. Ich dagegen finde, die bunten Häuser und Goldfazierungen bieten den perfekten Kontrast zur modernen Neustadt.

Von der Nowy Swiat Straße kommst du auf den Marktplatz. Vorbei an der Statue der Warschauer Meerjungfrau, über die alte Stadtmauer hinunter zum Park (in dem jeden Abend eine Lichtshow stattfindet) und über die Straße, gelangst du zur Weichsel. Polens berühmtester und längster Fluss. An der Promenade reihen sich zahlreiche Cafés und Bars. Perfekt für den Sundowner. Auch deswegen weil das der einzige Platz in Warschau ist, an dem man öffentlich auf der Straße Alkohol trinken darf. Das den Kölnern bekannte „Wegbier“ geht also nur hier.

 

2. Kulturpalast hochlaufen

Der Kuturpalast ist sozusagen das kontroverse Wahrzeichen Warschaus. Kontrovers deshalb, weil es ein Geschenk Stalins in den Zeiten des Sozialismus war und zwischenzeitlich gab es sogar die Diskussionen das Gebäude abzureißen. Es ist aber architekonisch wirklich ein bemerkenswertes Gebäude, wunderschön anzusehen und es wird von der Stadt perfekt genutzt – als Theater, Restaurant, Club und kulturelles Zentrum. Von ganz oben hat man dann einen Rundumblick über die gesamte Stadt, das lohnt sich auf jeden Fall.

 

3. Shopping in Einkaufszentren oder auf der Motokowska Straße

Wenn du als Alternative zum Kultur-Sightseeing das ein oder andere Einkaufszentrum besichtigen möchtest, bist du in Warschau genau richtig. Denn Shopping findet in Warschau meist in einem der zahlreichen Einkaufszentren statt. Die bekanntesten sind: Zlote Tarasy (in der Nähe vom Kulturpalast), Arkadia (das größte Einkaufzentrum Osteuropas), Galeria Mokotow, Promenada, Vitkac (Luxus) und Factory (Outlet).

Genung von Shopping Malls? In der hübschen Motokowska Straße findest du nette Boutiquen und individuelle Designerläden. Hier habe ich die teuerste Hose gekauft, die ich jetzt besitze.

4. Richtig gut essen – nicht nur Pierogi

Die polnische Küche ist bekannt für Fleischgerichte, Eingeweide und Würstchen. Umso mehr war ich überrascht, wie viele vegetarische und vegane Restaurants Warschau zu bieten hat. Ich habe in keiner anderen europäischen Stadt so viele vegane Möglichkeiten gesehen.

Meine Highlights:

Im Krowazywa bekommst du die leckersten veganen Burger

Mexikanisches Essen gibt es im Momencik

Wenn du eher traditionelle Gerichte auf vegane Art essen willst, dann ab ins Vege Miasto. Hier gibt es sogar vegane Pierogi

Und wenn es doch der Real Deal sein soll und du typische polnische Küche probieren willst,  gibt es leckere Pierogi in der Restaurantkette Zapiecek (Ich empfehle die Pierogi gekocht und nicht gebraten) oder im Chlopske Jadlo.

Oder wie wäre es mit einer kleinen Zeitreise in einer der zahlreichen Milchbars? Das Relikt aus dem Sozialismus hatte in den letzten Jahren ein Revival. Hier bekommst du günstige Hausmannskost durch eine Essensausgabe. Was eine Zeit lang als „Arme-Leute-Essen“ verpöhnt war, ist jetzt wieder Kult. Schau zum Beispiel im Prasowy oder im Bar Bambino vorbei.

Meine polnischen Lieblingsgerichte: Pierogi, Bigos, Flaki

Du kannst dich nicht entscheiden, was du probieren möchstest? Kein Problem! In der Food Halle Koszyki findest du zahlreiche Restaurants mit Gerichten aus aller Welt direkt nebeneinander.

5. Praga und Neon Museum

Wenn du das roughere und ursprünglichere Warschau sehen willst, dann fahr über die Weichsel rüber in den Stadtteil Praga. In dem Viertel, in dem auf Grund der niedrigeren Mieten auch viele Studenten wohnen, wirkt alles ein bisschen grau und trostlos und trotzdem hängt ein bisschen künstlerische Stimmung in der Luft.

Hier befindet sich nämlich auch die Soho Factory, ein Gelände mit Galerien und Designerboutiquen. Ein bisschen wie die LX Factory in Lissabon. Besonders sehenswert ist hier das Neon Museum. Hier sind alte Neonwerbung und Schriftzüge ausgestellt. Überhaupt ist Warschau eine Stadt der Neonlichter. Wenn man genau hinguckt, findet man überall in der Stadt, vor allem der Neustadt, schicke Neonschriftzüge.

NEON MUZEUM – Soho Factory, Mińska 25, Praga

 

6. Sonntags umsonst ein Chopin Konzert hören im Lazenki Park

Genug vom Trubel der Großstadt? Ab in den größten und schönsten Park Warschaus: Lazenki. Hier könnt ihr stundenlang durch die verschieden gestalteten Teile der Parkanlage schlendern, euch in einem Café niederlassen, das Chopin Museum besichtigen oder freilaufende Paviane bewundern.

Lazenki heißt übersetzt Bäder (aufgrund des zentralen Badepavillions) und auch hier wurde trotz der Zerstörung aller historischen Gebäude durch die Wehrmacht alles wieder originalgetreu aufgebaut. 

Ein Extratipp: Wenn du Sonntags unterwegs bist, nutze die Gelegenheit im Chopin-Museum ein Chopin-Konzert mitzuerleben. Der Eintritt ist Sonntags frei.

 

7. Warschaus Geschichte erleben im Museum der Geschichte der polnischen Juden

2013 wurde zum 70. Jahrestag des Warschauer Ghettoaufstandes das Museum der Geschichte der polnischen Juden (POLIN) eröffnet. Es ist anders als viele andere Gedenkstätten und Ausstellungen zu dem Thema. Nicht dunkel, nicht kalt, sondern ein heller Ort, der an die Geschichte und das Leben der Juden in Polen erinnert, ohne den Fixpunkt allein auf den Hollocaust zu setzen. Wer die Geschichte Polens und Warschaus verstehen will, sollte hier einmal hin.

 

8. Die Dachterasse der Unibibliothek besuchen

Eines meiner Highlights in Warschau ist die Unibibliothek. Nicht wegen der Bücher, sondern wegen der Dachterterasse. Nachdem du das Gebäue betreten hast, gehst du nach ganz hinten durch und über eine Grünanlage hoch aufs Dach.

Hier hast du zwar nicht den höchsten Ausblick über die Stadt, aber trotzdem einen guten Rundumblick. Außerdem bietet sich die begrünte Dachterasse perfekt dafür an, auf einer der zahlreichen Bänke Platz zu nehmen und ein Buch zu lesen.

 

Was sind deine Tipps für Warschau?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.